Lost places oder wabi-sabi #2

Manchmal muss man nicht in die weite Natur gehen, sondern lost places sind direkt in der Nachbarschaft zu finden.

Moose und flechten, sie erobern diese Bank.
Wann hat der Mensch dort sitzend zuletzt gelacht?

Das Holz zeigt die Vergänglichkeit, doch dient es der Natur als Grundlage zur weiteren Entwicklung. Und die kommt oft in Form von diversen Moosen und Flechten.
Vielleicht war der letzte Nutzer der Bank ein Bryologe, der die über 15.000 Arten von Moosen ansprechen konnte. Oder nur ein müder Wanderer, der hier etwas pausieren wollte.

Auf jeden Fall ist sie spannend, die Wissenschaft der Flechten, dieser Symbiose aus Pilzen und Algen. Je nach Quelle solle es zwischen 16.000 und über 20.000 Arten geben. Tendenz rückläufig, dank des anthrophogenen Einflußes in die Natur.

Aber losgelöst davon: von Moosen und von Flechten eroberte Plätze, Gegenstände, sie bieten dem Betrachter Ruhe, in der Betrachtung dieses Mikrokosmos. Einfach einen Moment Ruhe, beim Erkennen wie das Alte verfällt und Neues sich bildet. Ein wabi-sabi offenbart sich.

16 Comments

  1. Ich bin hin und weg von den Fotos! Mit diesem Fotomodell und Flechtensubstrat könnte ich mich stundenlang befassen, mich nicht sattsehen. Fantastisch!
    Zuletzt hat vielleicht ein Eichhörnchen darauf gesessen und eine Nuss geknackt. Oder überlegt, wo es die Nuss verstecken soll.
    Oder vielleicht ein Waschbär, der sich ausruhen wollte auf einer längeren Wanderung.

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    1. Danke Anna!
      Es sind halt sehr geduldige Motive. Sie halten still, das Eichhörnchen und der Waschbär waren schon weg.
      Eine Lichenologin könnte sie sicher identifizieren, die Flechten.
      Ich bin immer wieder fasziniert, daß es ihnen genauso gut auf Stein oder Beton ergeht und sie sich verbreiten.

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      1. Sogar auf Kunststoffen, wie ich heute gelernt habe. Aber bestimmte Arten verschwinden, andere werden häufiger – vor allem die, die gelblich aussehen, sie kommen mit der Veränderung der Umwelt besser zurecht, den höheren Nährstoffeinträgen aus der Luft.

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      2. Gelber zumindest. Man spricht wohl von der „Vergilblichung“ der Bäume, weil sich die gelben Flechten ausbreiten. Sie haben eine höhere Salztoleranz, vertragen zB Streusalz. So grob gesagt.

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    1. Stimmt. Hauptnutzer ist nun die Natur, und ab und an ein Vogel, der sie als Ansitz nutzt. Irgendwann muss ich wohl doch die ein oder andere Holzlatte erneuern. Sonst wird sie zur Ruine. Aber den Zeitraum werde ich maximal ausreizen 🙃 und mich weiter daran erfreuen !!!

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    2. Da stimme ich Dir zu! Und im Totholz ist mehr Leben, als man sich vorstellt. Und sie lebt, jeden Monat ist etwas anderes, neues zu entdecken.
      Besonders dann, wenn der ein oder andere Vogel sie entdeckt!

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      1. Sicherlich. Kellerasseln hab ich schon entdeckt und kleine Fliegen. Mehrfachfüssler krabbelten auch schon. Deswegen ist die Bank ein guter Vogelruheplatz….. zum Frühstücken 🙃!

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      2. Haha, eine Vogel-„Snackeria“ 🙂 Ich dachte an so holzbohrende Arten, die ihre Eier oder Larven darin ablegen. Genug abgewittert dürfte die Bank jetzt sein 😉

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  2. Hui, da hat die Bank aber viel Platz geboten und es wird genutzt. Unglaubliche Zahlen von den Moosen und Flechten. Wir dürfen sie bewundern, ihre Genügsamkeit und ihre Geduld. Allerfeinster Schmuck!

    ..grüßt Syntaxia

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